MEINE GESCHICHTE

Ein Weg mit
Umwegen, Menschen
und Neuanfängen.

Ich bin in Kirgisien geboren, in Paderborn aufgewachsen und über das Handwerk, die IT und viele konkrete Erfahrungen ins Unternehmertum gekommen. Diese Geschichte erklärt, warum ich heute so arbeite, wie ich arbeite.

Portrait von Viktor Schwenke
VIKTOR SCHWENKE
01
ANKOMMEN

Kirgisien, Deutschland
und Paderborn.

Ich wurde 1983 in Kirgisien geboren und kam als Kind mit meiner Familie nach Deutschland. Nach einem ersten Aufenthalt in Unna Massen zog unsere Familie nach Paderborn. Paderborn ist bis heute meine Heimat.

Ich bin der sechste von sieben Kindern. In einer großen Familie lernt man früh, dass Verantwortung keine abstrakte Idee ist. Sie zeigt sich im Alltag. Ich half beim Ausbau unseres Hauses, übernahm Aufgaben und lernte, praktisch zu denken. Diese Zeit hat mich geprägt: nicht aufzugeben, nach einer Lösung zu suchen und Verantwortung nicht weiterzureichen.

02
NEU ANFANGEN

Vom Handwerk
in die IT.

Von 2002 bis 2004 machte ich bei MeisterWerke in Rüthen eine Ausbildung zum Holzmechaniker. Ich konnte die reguläre Ausbildungszeit von drei auf zwei Jahre verkürzen. Besonders die Musterabteilung und der Prototypenbau haben mir Freude gemacht. Dort konnte ich praktisch arbeiten, Lösungen entwickeln und Verantwortung für ein sichtbares Ergebnis übernehmen.

2007 entschied ich mich für eine berufliche Neuorientierung. Die Holzverarbeitung sollte nicht mein langfristiger Weg bleiben. Ich hatte damals noch keine umfassenden Kenntnisse in Softwareentwicklung. Trotzdem begann ich gemeinsam mit David und zwei weiteren Freunden am bib Paderborn einen anspruchsvollen neuen Bildungsweg. Innerhalb von 42 Monaten erwarben wir die Fachhochschulreife, die Ausbildung zum Informatiker in der Fachrichtung CNC-Systemtechnik und den Bachelor of Science im dualen Studiengang.

David hat mir in dieser Zeit sehr viel beigebracht. Er machte technische Zusammenhänge verständlich und eröffnete mir den Zugang zur Softwareentwicklung. Er war für mich nicht nur ein Freund und späterer Geschäftspartner, sondern auch ein sehr guter Lehrer. Ohne seine Unterstützung würde ich heute nicht dort stehen, wo ich stehe.

03
GRÜNDEN

Mit wenig anfangen.
Verlässlich bleiben.

2008 gründete ich während des Studiums einen kleinen Kfz Handel. Es war mein erster konkreter Schritt in die Selbstständigkeit. Ich lernte Kunden kennen, kaufte ein, verkaufte und merkte, dass unternehmerische Entscheidungen Folgen haben.

Im November 2010 gründeten David und ich die Dridger & Schwenke GbR für individuelle Softwareentwicklung. Wir starteten mit wenig Kapital, zwei Laptops und vielen Ideen. David konzentrierte sich auf die technische Seite. Ich übernahm zunehmend Vertrieb, Kundenbeziehungen, Organisation und Führung. 2014 wandelten wir die GbR in die Dridger & Schwenke GmbH um. 2017 folgte die strategische Neuausrichtung: Ich übernahm 80 Prozent der Anteile und wurde alleiniger Geschäftsführer; David blieb mit 20 Prozent beteiligt. Aus dieser Entwicklung entstand die INLOGY GmbH.

Ein erster Auftrag nach einem Kontakt auf der Embedded World in Nürnberg gab unserem jungen Unternehmen wirtschaftlichen Boden und machte die ersten Einstellungen möglich. Das war für mich ein prägender Moment: Eine Idee wird erst dann zu einem Unternehmen, wenn Menschen ihr vertrauen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.

04
LERNEN

Nicht jede Idee
muss weitergehen.

Unternehmertum besteht nicht nur aus Wachstum. 2013 gründete ich einen Kaminholzhandel. Meine Idee war, Holz aus Kamerun nach Deutschland zu transportieren und es hier über Containerdienste zu vertreiben. Stattdessen geriet ich nach meiner Einschätzung in eine internationale Betrugsgeschichte mit fingierten Unterlagen, wiederholten Zahlungsforderungen und Menschen, die sich als Behördenvertreter ausgaben. Am Ende entstand ein Verlust im fünfstelligen Bereich. Ich musste lernen, Informationen sorgfältiger zu prüfen, Verantwortung für eigene Entscheidungen zu übernehmen und Verlusten nicht immer mit noch mehr Einsatz hinterherzulaufen.

2019 gründete ich mit zwei damaligen Mitarbeitern AIXONIA. Wir wollten eigene neuronale Netzwerke entwickeln und ein KI System für Schlaflabore aufbauen. Noch im selben Jahr beendeten wir das Vorhaben, weil die Marktdynamik eine tragfähige Weiterführung nicht erkennen ließ. Auch das gehört zu meinem Weg: Eine Idee zu beginnen braucht Mut. Ein Vorhaben bei veränderten Voraussetzungen verantwortungsvoll zu beenden braucht ebenso Mut.

Eine weitere wichtige Lernphase war der Aufbau von Führung. Ich habe erlebt, wie schnell ein wachsendes Unternehmen zu sehr an einer Person hängen kann. Der Aufbau eines Führungsteams, klare Rollen und die Bereitschaft, Verantwortung zu teilen, wurden für mich entscheidend. Seit 2019 bündele ich in der Schwenke Group unterschiedliche unternehmerische Felder in einem gemeinsamen Rahmen.

05
HEUTE

Was im Verhältnis
bleiben muss.

Seit 2009 bin ich mit Kristina verheiratet. Unsere Familie ist für mich ein wichtiger Anker. Sie hilft mir, immer wieder zu prüfen, ob das, was ich aufbaue, noch im richtigen Verhältnis steht. Das gelingt mir nicht immer. Gerade deshalb achte ich darauf, dass Unternehmertum dem Leben dient und nicht umgekehrt.

Mein Glaube prägt, wie ich Verantwortung, Führung und Erfolg verstehe. Mir ist wichtig, dass Menschen gesehen werden, ihre Persönlichkeit und ihr Potenzial entfalten können und die richtigen Menschen zusammenfinden. Für mich liegt ein großer Sinn von Unternehmertum darin, Menschen die Möglichkeit zu geben, Verantwortung für ihr Leben und ihre Familien zu übernehmen und ihren Platz zu finden.

Heute arbeite ich in unterschiedlichen unternehmerischen Feldern. Seit Februar 2026 bin ich außerdem Generalsekretär im geschäftsführenden Vorstand von business+vision. In allem bleibt für mich dieselbe Frage wichtig: Entstehen hier Strukturen, die Menschen stärken und über mich hinaus tragen?

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